Ort
Gütenbach
Staus
Im Bau
Leistungsphasen
1-8
Projekt
Neubau eines Wochenendhauses aus Holz. Besonderes Augenmerk wird auf die Baubiologie des Gebäudes gelegt.
Mitwirkende
Vermesser: IB Mandolla + Gilbert
Statik: Ingenieurbüro Sättele GmbH
Erschließung über eine Brücke: Der Zugang zum Gebäude erfolgt über eine schwebend wirkende Brücke. Sie dient als inszeniertes Übergangselement zwischen dem öffentlichen Straßenraum und dem privaten Rückzugsort.
Topografische Staffelung: Der Grundriss nutzt diedifferenzierte Zonen, was eine spannungsvolle und feingliedrige Raumfolge erzeugt.
Fließende Geometrie: Die abgewinkelten Außenwände und verjüngenden Raumfluchten brechen bewusst mit orthogonalen Rasterstrukturen. Sie lenken den Blick gezielt in die Natur und erzeugen zugleich geborgene Innenräume mit hoher Aufenthaltsqualität.
Fazit: Ein skulpturaler Entwurf, der das Gebäude harmonisch mit seinem Grundstück verwebt und das Wohnen in und mit der Natur spürbar macht.
Verbindung der Ebenen (Luftraum): Über einen großzügig gestalteten Luftraum bleibt das Obergeschoss optisch und räumlich mit dem Erdgeschoss verbunden, was für ein lichtdurchflutetes, dreidimensionales Raumgefühl sorgt.
Eingebettete Dachterrasse: Ein besonderes Highlight ist die tief in den Baukörper eingeschnittene Dachterrasse. Sie ist direkt von den Wohnräumen aus begehbar und schafft einen geschützten Freisitz im Grünen, umgeben von dichtem Baumbestand.
Begrüntes Flachdach: Der angrenzende Dachbereich ist als extensiv begrüntes Dach gestaltet. Dadurch verschmilzt die Architektur optisch nahtlos mit der umgebenden Landschaft.
Das Projekt „Haus Johann“ (auf der Webseite unter dem Titel „Fliegende Hütte“ geführt) des Architekturbüros Atelier Azwo in Gütenbach ist ein bemerkenswertes Beispiel für zeitgenössische Holzarchitektur, die konsequenten ökologischen Werten folgt. Das Gebäude ist als Wochenendhaus konzipiert und dient als moderner Rückzugsort, der die Grenzen zwischen Wohnraum und Schwarzwaldlandschaft verschwimmen lässt.
Der Entwurf des „Haus Johann“ zeichnet sich durch eine klare, reduzierte Formsprache aus. Die Architektur versteht sich nicht als Fremdkörper, sondern als „fliegende Hütte“, die sich sanft in die Topografie einfügt. Ein zentrales Gestaltungsmerkmal sind die großzügigen Fensterfronten. Diese sind weit mehr als bloße Lichtquellen: Sie fungieren als Rahmen für die umgebende Natur und machen die Landschaft zum integralen Bestandteil des Innenraums. Das Gefühl von Weite und Offenheit wird durch eine überdachte Terrasse verstärkt, die den Wohnraum nach außen erweitert und den Bewohnern ermöglicht, die frische Schwarzwaldluft wettergeschützt zu genießen.
Was das Projekt von gewöhnlichen Ferienhäusern abhebt, ist der radikale Fokus auf die Baubiologie. Atelier Azwo verfolgt hier einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem das Wohlbefinden der Bewohner an erster Stelle steht. Die Wahl des Baustoffs Holz ist dabei essenziell. Holz reguliert auf natürliche Weise die Luftfeuchtigkeit, absorbiert Schadstoffe und sorgt für eine behagliche Strahlungswärme.
Die Baubiologie zieht sich durch alle Details:
Materialwahl: Es werden konsequent schadstoffarme und natürliche Materialien verwendet, was das Haus besonders für Allergiker attraktiv macht.
Raumklima: Durch die Kombination aus traditioneller Holzbauweise und modernen Belüftungssystemen entsteht ein gesundes, atmungsaktives Umfeld.
Farbe und Licht: Selbst die Farbgestaltung wurde unter Berücksichtigung psychologischer und biologischer Wirkungen gewählt, um eine Atmosphäre der Regeneration zu schaffen.
Trotz der naturnahen Ausrichtung ist das Haus technisch auf dem neuesten Stand. Ein effizientes Heizungs- und Energiesystem garantiert, dass der ökologische Fußabdruck minimal bleibt. Die Architekten von Atelier Azwo haben hier die Leistungsphasen 1 bis 8 übernommen, was eine präzise Umsetzung der baubiologischen Vision von der ersten Skizze bis zur Fertigstellung sicherstellte.
Das „Haus Johann“ ist eine gelungene Symbiose aus Tradition und Moderne. Es nutzt die zeitlose Qualität des Holzbaus und kombiniert sie mit aktuellen Erkenntnissen der Wohngesundheit. Für die Bewohner entsteht so ein Ort der Inspiration und Ruhe, der weit über die Funktion eines bloßen Wochenenddomizils hinausgeht – es ist ein Manifest für verantwortungsbewusstes, gesundes Bauen im Einklang mit der Natur.
