nightclub - the cone

 

Masterarbeit - Amelie Fehrenbach

HTWG Konstanz

Fakultät Architektur und Gestaltung

Betreuung durch Prof. Dr. Ing. Andreas Schwarting

 

wissenschaftlicher Teil

Bauten der Wasserversorgung nach 1945, 

 

Funktion, kultureller Ausdruck und Überlegung zur alternativen Nutzung

 

Entwurfsteil

Umnutzung eines bestehenden Wasserturms in einen Nachtclub


Meine wissenschaftliche Arbeit

ließ mich schlussfolgern, dass an die betrachteten Bauwerke der Wasserversorgung, die ich untersucht habe, gestalterische Ansprüche gestellt wurden und die Architektur und Nutzungsanforderungen eine Symbiose eingehen. Am deutlichsten wird die Symbiose bei Wassertürmen, da an sie der Anspruch gestellt wird, Wasser zu speichern und es über Druck zu weiter zu leiten. Dazu wird ein Speicherbecken benötigt und zudem eine gewisse Höhe. Architektur und Nutzungsanforderungen greifen hier untrennbar ineinander. Besonders auch bei Wassertürmen war ein deutlicher Wandel im Ausdruck der Architektur zu erkennen. Während es schien, als hätte man früher versucht sie zu verkleiden oder zu verstecken, wie auf diesen Bildern zu sehen ist, wurden sie in den 70er Jahren auf das Wesentliche reduziert.

 

In der heutigen Zeit sind vor allem Wassertürme Landmarken und Wahrzeichen und wie eben beschrieben einzigartig in ihrem baulichen Wesen. Fakt ist, dass in Baden-Württemberg seit 20 Jahren kein neuer Wasserturm mehr hinzu kam und die bestehenden Türme immer öfter von neuen technischen Anlagen abgelöst werden. Es wäre ein Verlust an Kulturgut diese Riesen einfach verfallen zu lassen oder abzureißen, wenn sie eines Tages nutzlos werden. Viele Wassertürme aus früheren Zeiten wurden bereits erfolgreich umgenutzt, wie zum Beispiel der Wasserturm Belvedere in Aachen, der Otto-Moerike-Turm in Konstanz-Allmannsdorf. Diese unterscheiden sich in ihrer Architektur jedoch sehr von den trichterförmigen Wassertürmen aus der zweiten Hälfte des Zwanzigsten Jahrhunderts. Natürlich wurden in dieser Zeit auch Wassertürme gebaut, die andere Formen aufweisen, wie zum Beispiel die Zylinderform, die weit verbreitet ist.

 

Wie soll also in Zukunft mit dem leeren Bestand der 70er und 80er Jahre umgegangen werden? Noch stehen viele dieser Bauten nicht unter Denkmalschutz – in ein paar Jahren aber vielleicht schon. Im Moment sind die Wasserbauten aus den 70er und 80er Jahren einfach noch „zu jung“ um als Baudenkmäler wertgeschätzt zu werden.

 

Zudem gibt es viele Diskussionen darüber, ob Bauwerke aus dieser Zeit heute ein „ungeliebtes Erbe“ darstellen. Doch wie ich durch meine Betrachtung einiger Gebäude festgestellt habe, handelt es sich bei Bauten der Wasserversorgung größtenteils um qualitativ hochwertige, innovative Bauten. Diese sind also erhaltenswert und sollten, falls sie irgendwann nicht mehr gebraucht werden anders genutzt werden. Das wird mit einigen Bauwerken besser gelingen als mit anderen.

 

Eine besondere Herausforderung aufgrund ihrer Geometire und Höhe wird die Umnutzung von Wassertürmen aus den 70er und 80er Jahren darstellen. Viele Wassertürme wurden vor allem in den 70er Jahren auf das Wesentliche reduziert; das heißt auf einen schmalen Schaft, der zur Erschließung und zur Leitungsführung dient, und auf ein Speicherbecken. Da diese Architektur so speziell und ausnahmslos an die Anforderungen eines Wasserturmes angepasst ist, ist es besonders schwer diese Art von Wassertürmen um zu nutzen. Heute sind viele von ihnen noch in Gebrauch, weshalb es bisher kaum Umnutzungskonzepte für diese Art von Türmen gibt. Umso spannender war es, sich genau mit diesem Thema im Entwurfsteil zu beschäftigen.

 

Allgemeines zum Entwurf

Der Entwurf soll eine fiktive Umnutzung eines Wasserturmes aus den 70er Jahren darstellen. Für den Entwurf standen mir zunächst drei verschiedene Wassertürme derselben Art zur Verfügung. Die anfängliche Überlegung war, ein Nutzungskonzept zu entwickeln, das auf alle Wassertürme dieser Bauart übertragen werden kann. Nach einiger Zeit wurde aber deutlich dass es kaum möglich ist ein Konzept auf alle der Türme dieser Art zu übertragen, da sie sich in Größe und Volumen zu sehr unterscheiden.

Um der Gesamtheit ein solch besonderes Bauwerk nicht vorzuenthalten entschied ich mich dafür, eine Wohnnutzung für mein Umnutzungskonzept auszuschließen. Ebenso kommt eine Büro- oder Ateliernutzung nicht mehr in Frage, da nur einige wenige Menschen das Privileg erhielten, den Turm von Innen zu erleben.

 

Lage

 

Der Wasserturm Göppingen-Eichert befindet sich im etwa 7 km südlich vom Stadtzentrum Göppingen gelegenen Eichert-Wald auf einer Hügelkuppe und ist über Wald- und Feldwege problemlos erreichbar. In direkter Nähe, nur etwa 900 Meter nördlich liegen die Alb-Fils-Kliniken Göppingen-Eichert. Der Standort ist in jedem Falle günstig, da eine Ruhestörung, bei egal welcher Nutzung durch die Lage mitten im Wald vermieden wird, da es keine Nachbarn gibt, die sich gestört fühlen könnten. Außerdem lässt der umgebende Wald es in gewissem Maße zu, auch nach außen mit Licht zu arbeiten. Es steht außerdem ausreichend Platz zur Verfügung, der in Parkfläche und Ankommenszone umgewandelt werden könnte. Durch den Standort Göppingen gehören die Räume Stuttgart und Ulm zum unmittelbaren Einzugsgebiet. Der Stuttgarter Flughafen liegt nur etwa 40km östlich. Ulm ist mit dem Auto in 50 Minuten zu erreichen.

 

Nachtclub

Nachdem feststand, dass ich den WT Eichert umnutzen werde, ging ich auf die Suche nach einer passenden Nutzung. Zuerst wollte ich eine gastronomische oder kulturelle Nutzung integrieren, stellte aber bald fest, dass eine „normale“ Nutzung dieser Art dem Gebäude und vor allem seiner besonderen Lage nicht gerecht wird. Nach einiger Zeit stand fest, dass ein gehobener Nachtclub die perfekte Nutzung für den Turm darstellt. Der Umbau und die Umnutzung würden einen ordentlichen finanziellen Aufwand darstellen. Eine 08/15-Nutzung würde diesem nicht entsprechen. Deswegen muss eine luxuriöse Nutzung integriert werden. Mit gehobenem Nachtclub sind ist ein Publikum gemeint, das bereit ist, an einem Abend 300 € oder mehr auszugeben. Ich machte mir also Gedanken über das Clubkonzept und kam zu dem Entschluss, dass es völlig irreal ist, in einem Wasserturm zu feiern. Auch wegen der spacigen Form des Baus entschied ich mich für das Konzept „out-of-real“. Weg von der Wirklichkeit. Her mit Illusionen, Fantasien, Utopien und Scheinbildern. Da es wie gesagt keinen Typus Nachtklub gibt, war ich völlig frei in der Gestaltung.

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